Palm Pre – oder: gut geklaut ist halb gewonnen

Im Internet ist es mal wieder so weit: Ein neuer iPhone-Killer geistert durch die News-Seiten und Blogs. Das „Palm Pre„.

pre_02Mit seiner innovativen abgeguckten Bedienung scheint das erste Smartphone aus dem Hause Palm es nun endlich zu schaffen dem iPhone seinen Thron streitig zu machen. Endlich ein Smartphone mit Multitouchdisplay, auf dem kein Apfel zu sehen ist. Da ist der Erfolg doch schon vorprogrammiert. So sehen es offensichtlich diverse Autoren von Artikeln auf ebenso diversen Newsportalen.
Zu dem umwerfenden Bedienungsprinzip (Spreizgesten mit zwei Fingern, weiches Scrollen mit einem Fingerstreich) kommt dann noch das lanwierig entwickelte Betriebssystem „webOS„.  Ich zitiere mal, was Palm selber zu diesem Betriebssystem sagt:

Palm webOS ist die weltweit am besten mit dem Internet verknüpfte Plattform, die immer vorausdenkt, um Ihnen das Leben leichter zu machen.

Der pure Wahnsinn. Ein vorausdenkendes Betriebssystem, das mir das Leben leichter macht. Ich wäre ja schon zufrieden, wenn andere Betriebssysteme mitdenken würden. Aber vorausdenken… Klar, das so ein System das iPhone zu einem Randprodukt für (technisch) Hinterhergebliebene degradieren wird.

Na gut, der Preis scheint noch nicht bekannt zu sein, dürfte aber nicht der Rede wert sein. Günstiger als das iPhone oder das G1 von HTC mit dem google-Betriebssystem „Android“ wird es ja wohl allemal sein.

Aber jetzt mal ehrlich.
iphone_5upWieso um alles in der Welt sollte das Palm Pre besser erfolgreicher als das iPhone sein? Die Bedienung ist so gut wie identisch, es wird zum Verkaufsstart nicht annähernd so viel Software geben, wie es mittlerweile für das iPhone gibt und das Design des Multimediawunders wirkt auch ein wenig plump. Vielleicht ist es die Möglichkeit mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen? Ich denke nicht. Wer will schon gleichzeitig eMails schreiben, surfen und dabei eine Spiel spielen? Vielleicht wird die einfache Softwareentwicklung für webOS ein Verkaufsargument sein. Aber hier hat google mit Android ja schon vorgelegt, das im übrigen genau so eng mit dem Web zusammenarbeitet, wie webOS, so dass das auch kein ausreichendes Verkaufsargument sein dürfte.

Alles in allem kommt der Palm Pre gut zwei Jahre zu spät. Da wird auch das abgekupferte Bedienprinzip nichts mehr dran ändern. Zudem ist es  auch denkbar, dass Apple in diesem Jahr eine neue iPhone-Generation ankündigt, die dann natürlich wieder alles viel besser macht. Eigentlich schade, denn schlecht scheint das Palm Pre wirklich nicht zu werden.

MfG, der DaC…

P.S.: Es gäbe tatsächlich eine Sache, die das Palm Pre für mich interessant machen würde: Formulareingaben auf Internetseiten speichern. Beim iPhone werden Logindaten nicht gespeichert oder in die Formularfelder eingetragen, so dass man diese immer neu eingeben muss. Auf der kleinen Tastatur ist das nicht grade eine Freude…


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One Comment on “Palm Pre – oder: gut geklaut ist halb gewonnen”

  1. thedeftone Says:

    Da geb ich dir recht, es kommt ein wenig spät und die Ankündigungen von wegen „neuartig“ und „am besten mit dem Internet verknüpft“ sind einfach lachhaft. Ich glaube kaum, dass Internetapplikationen besser umgesetzt werden/integriert sind, als in Android. Zumal ich mit Internetanwendungen auf dem Handy immer noch ein Problem sehe: die Kosten. Dadurch, dass du bei nahezu jeder App mit dem Internet kommunizierst, fällt ne Menge an Traffic an, den sich die Leute von T-Mobile gut bezahlen lassen. Verträge mit Kosten von 50€ und mehr im Monat sind einfach nicht geschaffen für einen wirklichen Massenmarkt, sodass die Plattformen ihr Potenzial gar nicht voll ausschöpfen können. Würde mobiles Internet erschwinglich werden, würden viel mehr Leute, auch aus vielen Unterschiedlichen Zielgruppen, dies nutzen und den mobilen Markt damit enorm pushen.
    Ich hoffe, da wird sich in Zukunft einiges tun, damit viel mehr Menschen in den Genuss des mobilen Internets ommen können (auch ich ^^).


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