Ich und der Sport…
Bevor ich loslege sei gesagt, dass die folgende Geschichte frei erfunden ist. Na gut, einige Einzelheiten sind vielleicht nicht komplett aus der Luft gegriffen. Außerdem hat mich Ein ähnlicher Text im Internet inspiriert. Ich weiß leider nicht mehr, wo ich den gesehen habe.
Ich bin an sich ja kein unsportlicher Mensch, Sport zu treiben ist aber auch nicht mein Ding. Das sieht man leider auch. Ich schiebs immer gerne auf meine Tätigkeit als Student im Bereich Medieninformatik. Letztens dachte ich mir aber mal was dagegen tun zu müssen. Diese ewige Trägheit und der leider viel zu gut sichtbare Rettungsring gehen mir langsam echt auf die Nerven.
Deswegen habe ich beschlossen spontan ein wenig Sport zu treiben. Fahrradfahren geht nicht. Mein alter Drahtesel ist kaputt. Inliner? Hab ich nicht. Ballsport? Alleine und ohne Halle auch keine gute Idee.
Also Joggen gehen.
Ein bisschen sportlich angezogen, feste Sportschuhe an und ab nach draußen.
Scheiße ist das kalt. Und dunkel ist es auch schon.
Naja, nach ein paar Metern wird mir schon warm werden und mir ist es sowieso lieber unbeobachtet vor mich hin zu trotten.
Also los denk ich mir und fange mit einem Tempo an, von dem ich denke es eine halbe Stunde aushalten zu können.
1. Minute: Boah klasse! Ich bin von mir begeistert. So locker flockig hab ich das gar nicht in Erinnerung. Ich schraube meine Erwartungen auf eine dreiviertel Stunde hoch.
2. Minute: Ich biege auf einen kleinen Feldweg ab, der mit Matschpfützen gespickt ist. Aber ich bin durch nichts zu stoppen.
3. Minute: So ein Mist! Hab falsch geatmet. Jetzt spür ich so ein unangenehmes Stechen in der Seite. Aber das wird schon wieder. Einfach nicht dran denken. Ich laufe weiter…
4. Minute: Ich schraube meine Erwartungen wieder auf dreißig Minuten runter. Das Seitenstechen macht mir zu schaffen. Außerdem wird der Feldweg auch nicht besser. Neben Matschpfützen finden sich auch noch Schlaglöcher, die in der Dunkelheit nicht gut zu sehen sind.
5. Minute: Die kalte Luft brennt in der Lunge, ich verlangsame mein Tempo ein wenig und stolper voll in ein Schlagloch, woraufhin ich mich richtig schön lang lege. Scheiße! Beide Knie und Handgelenke aufgeschrammt. Wenigstens nicht das Gesicht…
5 1/2. Minute: Ich rappel mich wieder auf, streif mir ein wenig Dreck ab und beginne mit deutlich gemindertem Tempo weiter zu laufen. Diesmal aber in die entgegengesetzte Richtung – nach Hause.
6. Minute: Neben den brennenden Knien und Handgelenken fangen nun auch meine Waden an zu schmerzen. Ich halte es für besser eine kurze Pause einzulegen.
15. Minute: Weiter gehts. Ich bekomm langsam wieder Luft und meinen Waden scheints auch wieder gut zu gehen. Den restlichen Heimweg schaffe ich ja wohl noch…
16. Minute: Das Seitenstechen fängt wieder an sich zu melden. Diesmal allerdings mit solch einer Wucht, dass mir die Luft komplett weg bleibt. Ich fange an zu taumeln, rutsche in einer Schlammpfütze aus und lege mich ein weiteres mal hin. Diesmal schaffe ich es nicht mich abzufangen und knalle mit dem Gesicht auf einen perfekt platzierten Stein.
17. Minute: Ich wache kurz aus meiner Bewusstlosigkeit auf, um unverständliches Zeug zu brabbeln und lasse mich wieder in die Dunkelheit fallen.
27. Minute: Ich werde wieder wach, als ein Penner Obdachloser versucht mir meine Brieftasche zu klauen. Er merkt, dass ich wach werde und verzieht sich schnellstmöglich. Ein Glück. Ich könnte vor Erschöpfung keinen Finger rühren
35. Minute: Ich versuche doch, mich aufzurappeln. Ein Glück, ich stehe. Blutend, keuchend, zitternd und völlig verdreckt stehe ich da. Außer Lage mich auch nur einen Zentimeter zu rühren.
37. Minute: Doch! Es geht! Es ist, als wenn ich meinen ersten Schritt machen würde. Ein erhebendes Gefühl. Immer sicherer gehe ich nach Hause.
38. Minute: Noch ein paar Meter. Gleich hab ich es geschaft. Jetzt nur nicht aufgeben… Doch da passiert es. Meine völlig überlasteten Beine versagen mir den Dienst. Ich breche zusammen. Weinend denke ich daran einfach hier auf der Stelle einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen. Diese Schmerzen… Wie kann der menschliche Körper nur zu so einem Schmerzempfinden in der Lage sein?
39 Minute: Tränenüberströmt und immer noch schluchzend zwinge ich mich dazu robbend nach Hause zu kommen. So geht es. Die Mutter mit ihrer Tochter versuche ich zu ignorieren. Diese abwertenden Blicke, die ich in meinem Nacken spüre, würden mich jetzt töten.
42. Minute: Endlich an der Haustür. In einem letzten Akt der Verzweiflung bäume ich mich auf, schließe die Tür auf und falle mit dieser einfach in den Flur. Ich schaffe es noch die Tür mit dem Fuß zu zu treten, was mir nochmals unheimliche Qualen bereitet, und schlafe erschöpft ein.
14 Stunden später wache ich auf und spüre jeden Muskel. Bewegen geht jetzt mal gar nicht. Aber ich muss. Ich wasch mich grob, ziehe mich um und falle auf die Couch. Fernseher an gemacht, Chipstüte gekrallt und den Entschluss gefasst, nie wieder an Sport zu denken.
So lässt es sich leben.
MfG, der Dac!
P.S.: Sowas ist natürlich nicht wirklich passiert. Ich hoffe tatsächlich in der Zukunft mehr Sport machen zu können… Wenn da nicht dieses zeitaufwändige Medieninformatikstudium wäre…
Oktober 9, 2008 at 5:51
hast du da ne Biographie über mich geschrieben?
nee mal im ernst, das kenne ich nur allzu gut… z.zt. halte ich mein 3x die Woche 45 min Sportprogramm aber ganz ok durch…. ich drück uns beiden die Daumen!